GYMNASIUM OBERAARGAU

DER EINGEBILDET kranke

Le malade imaginaire, 1673  von Jean-Baptiste Poquelin, alias Molière


In seiner letzten Komödie spottet Molière wie schon in früheren Stücken über die Ärzte – indem er sie sehr geschäftig einen Scheinkranken behandeln lässt. Dieser ist als eindimensionaler Charakter angelegt, der von seinen eingebildeten Krankheiten so besessen ist, dass er sogar seine Tochter mit einem Arzt zwangsverheiraten will. Deftig-burlesk geht es zu in dieser Satire; ein turbulenter, heute noch häufig gespielter Spaß mit ernstem Hintergrund: nicht nur, weil Molière selbst krank war, als er das Stück verfasste, nicht nur, weil er als Schwerkranker den eingebildeten Kranken selbst spielte und nach der vierten Aufführung starb; sondern auch, weil Molière mit aufklärerischem Impetus die Ärzteschaft seiner Zeit an den Pranger stellte, die in leeren Ritualen erstarrt war und sich – zum Leidwesen der Patienten – neuen medizinischen Erkenntnissen verschloss.

In scena
Eliona Kelmendi, Elena Oberli, Amelie Schärer, Elina Marti, Aulona Shabani, Anwita Kandi,

Inszenierung
Andreas Meier-Gilgen 

Technik
Saphira Bucher

Köstume
Leihgabe des Luzerner Theaters

Foto
Andreas Meier-Gilgen